Erleuchtungs-Blog
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Bewusstsein erweitern: Urteilen als Tor zum inneren Erwachen

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Urteilen geschieht schnell. Oft schneller, als wir es bemerken. Ein Blick, ein Wort, eine Situation – und der Verstand hat bereits eingeordnet, bewertet, entschieden. Das ist nichts Außergewöhnliches. Es ist zutiefst menschlich. Und doch liegt genau hier ein Schlüssel verborgen. Vielleicht ist Urteilen nicht das Problem, sondern der Hinweis.

Wir haben im Laufe unseres Lebens ein Ich konstruiert, ein Selbstbild, das geschützt werden will. Dieses Ich arbeitet mit Mechanismen. Verleugnung, Verschiebung, Rechtfertigung – und eben auch Bewertung. Bevor ich mich selbst infrage stelle, ist es leichter, den anderen zu beurteilen. Das stabilisiert. Es gibt Orientierung. Es vermittelt kurzfristig das Gefühl von Sicherheit.

Doch wenn wir ehrlich sind, spüren wir: Jedes Urteil hinterlässt eine Spur im Körper. Eine leichte Enge. Ein inneres Zusammenziehen. Vielleicht ein kaum merkliches Hochfahren des Nervensystems. Wenn wir uns darin beobachten, erkennen wir, dass Bewertung oft mit innerer Unruhe verbunden ist. Und genau dort beginnt der Weg des Erwachens – nicht indem wir das Urteil unterdrücken, sondern indem wir es bewusst wahrnehmen.

Hinter vielen Urteilen liegt ein Gefühl. Manchmal ist es alter Schmerz. Manchmal Enttäuschung. Manchmal Wut oder Trauer. Manchmal einfach Überforderung oder Langeweile. Der Verstand reagiert schnell, damit wir diese Regung nicht unmittelbar fühlen müssen. Doch das Gefühl verschwindet nicht. Es wird nur überlagert.

Wenn wir jedoch einen Moment innehalten und uns sagen: „Ah, da ist wieder ein Urteil“, entsteht Raum. Kein Kampf, kein Verurteilen des Urteilens. Sondern ein sanftes Anerkennen dessen, was gerade geschieht. Und dann die einfache Frage: Was berührt mich hier eigentlich wirklich?

Urteilen kann so zu einem Trichter werden. Oben steht die Bewertung. Unten wartet das Gefühl. Und wenn wir bereit sind, durch diesen inneren Tunnel zu gehen, kommen wir fast immer bei etwas Verletzlichem an. Das ist kein Fehler. Es ist ein Zugang.

Spirituelles Erwachen bedeutet nicht, niemals mehr zu urteilen. Solange wir uns als getrennte Person erleben, wird der Verstand unterscheiden. Das ist seine Funktion. Auch im Alltag brauchen wir diese Fähigkeit. Wenn eine Pflanze ihre Blätter hängen lässt, treffen wir eine Entscheidung. Wenn eine Situation Aufmerksamkeit erfordert, priorisieren wir. Nicht jedes Urteil ist problematisch. Entscheidend ist, ob es aus Klarheit oder aus Unbewusstheit entsteht.

Wenn wir innerlich nicht gegründet sind, treiben uns Reaktionen wie ein Blatt im Wind. Eine Bemerkung genügt, und wir sind in Aufruhr. Ein Blick reicht, und wir fühlen uns angegriffen. Es fehlt der innere Standpunkt, von dem aus wir beobachten können. Doch je mehr wir in unserem eigenen Sein verwurzelt sind, desto schneller bemerken wir die Bewegung. Bewusstsein heißt, dass dir nichts mehr entgeht.

Dann wird ein aufkommender Impuls sofort gesehen. Das Gefühl darf da sein. Es wird nicht weggeschoben und nicht dramatisiert. Dadurch löst es sich oft unmittelbar. Es verfestigt sich nicht zu einer Haltung, nicht zu einem dauerhaften inneren Widerstand.

Viele Menschen verurteilen sich zusätzlich dafür, dass sie urteilen. Das erzeugt eine zweite Schicht Spannung. Doch auch das ist unnötig. Ein liebevoller Umgang mit dir selbst ist der eigentliche Wendepunkt. Wenn du dich in deiner Unruhe annimmst, entsteht Weite. Wenn du deine Enge bemerkst, ohne sie zu bekämpfen, beginnt Entspannung.

Erwachen geschieht nicht außerhalb deines Alltags. Es geschieht mitten darin. Im Gespräch. In der Begegnung. In dem Moment, in dem dich etwas triggert. Genau dort liegt das Tor. Nicht im perfekten Verhalten, nicht in spiritueller Selbstoptimierung. Sondern in ehrlicher Selbstbeobachtung.

Wenn du in deinem natürlichen Sein verweilst, zeigt sich etwas Interessantes: Bewertung wird überflüssig. Es ist einfach Leben. Geschehen. Präsenz. Der Verstand darf ruhen. Der Körper entspannt sich. Frieden ist kein Konzept mehr, sondern Erfahrung.

Doch solange das nicht stabil erfahren wird, ist es wichtig, das Menschliche ernst zu nehmen. Deine Empfindungen ernst zu nehmen. Deine Reaktionen ernst zu nehmen. Vor dem Erwachen wie nach dem Erwachen ist nur dieses Jetzt da. Und alles, was sich in diesem Jetzt zeigt, darf gesehen werden.

Vielleicht beginnt Bewusstseinserweiterung nicht mit spektakulären Erfahrungen, sondern mit einem einfachen Innehalten. Mit der Bereitschaft, ein Urteil als Wegweiser zu nutzen statt als Waffe. Mit der Einsicht, dass jede äußere Bewertung eine Einladung nach innen ist.

So wird aus einem automatischen Muster eine Praxis. Aus einem Schutzmechanismus ein Erkenntnisweg. Und aus einem Moment der Enge ein Schritt in die Weite.

Urteilen kann dich von dir selbst entfernen – oder dich tiefer zu dir führen. Es hängt davon ab, ob du bereit bist hinzuschauen.

Das Tor ist immer da. Es öffnet sich in dem Augenblick, in dem du bewusst wirst.


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