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Gedankenkarussell stoppen: Der Schlüssel zur inneren Stille

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Es gibt auf dem spirituellen Weg kaum ein größeres Missverständnis als die Annahme, dass Denken uns automatisch näher zur Wahrheit bringt. Wir sind es gewohnt, Probleme denkend zu lösen, Konzepte zu bilden, zu analysieren und zu verstehen. Doch auf dem Weg nach innen zeigt sich etwas Überraschendes: Das unbewusste, ständige Denken ist oft keine Hilfe – sondern eine subtile Form der Ablenkung.

Wenn du ehrlich hinschaust, wirst du bemerken, dass du tagsüber gar nicht so viel „neu“ denkst. Vielmehr wiederholen sich Gedanken in Endlosschleifen. Alte Geschichten. Alte Bewertungen. Alte Sorgen. Es ist wie eine Serie mit unzähligen Staffeln – vertraut, vorhersehbar, aber selten wirklich lebendig. Dieses Gedankenkarussell hält dich beschäftigt, doch es bringt dich dir selbst nicht näher.

Warum denken wir so viel? Weil Denken ein Schutzmechanismus ist. Es lenkt uns ab von Gefühlen, die wir nicht fühlen wollen. Von körperlichen Empfindungen, die unangenehm sind. Vielleicht sogar von Wahrheiten, die wir längst erkannt haben, aber nicht akzeptieren möchten. Denken wird zum Mittel, um nicht fühlen zu müssen. Und in einer Welt voller Ablenkungen fällt es leicht, diese Strategie aufrechtzuerhalten. Medien, Serien, permanente Reize von außen – all das verstärkt die innere Unruhe.

Spirituelle Praxis beginnt deshalb oft mit einer Reduktion. Weniger Input. Weniger Ablenkung. Mehr Raum. Wenn du dich hinsetzt, um zu meditieren, Yoga zu praktizieren oder einfach nur deinen Atem zu beobachten, dann geschieht etwas Wesentliches: Du ziehst deine Aufmerksamkeit aus dem Außen zurück. Doch genau hier wird das Denken spürbar. Plötzlich scheint es lauter zu werden. Nicht weil es mehr geworden ist, sondern weil du aufhörst, dich davon abzulenken.

Und hier liegt ein entscheidender Punkt: Nicht jedes Denken ist gleich. Es gibt ein oberflächliches Gedankenrauschen, das einfach vorbeizieht, ohne große Tiefe. Und es gibt Gedanken, die aus inneren Konflikten entstehen – aus ungelösten Emotionen, aus Spannungen, aus innerem Widerstand. Wenn in dir ein Konflikt tobt, dann ist dein ganzes Wesen involviert. Dann ist das Denken nicht nur oberflächliches Geplapper, sondern Ausdruck eines tieferen Ungleichgewichts. Solange dieser innere Irrtum nicht erkannt und aufgelöst wird, verliert sich das Erleben im Trubel.

Das Ziel ist jedoch nicht, gewaltsam alle Gedanken zu unterdrücken. Das wäre nur ein weiterer Kampf. Vielmehr geht es um Bewusstheit. Zu erkennen: Bin ich gerade verstrickt? Habe ich mich verloren in einer Geschichte, die mein Verstand erzählt? Oder ziehen Gedanken einfach durch den Raum meines Bewusstseins, ohne dass ich mich mit ihnen identifiziere?

Der vielleicht kraftvollste Schritt auf diesem Weg ist überraschend einfach: anhalten. Anhalten ist das Gegenteil von automatischem Weiterdenken. Es bedeutet, innerlich stehen zu bleiben, selbst wenn die Geschichte gerade Fahrt aufnimmt. Es bedeutet, nicht dem nächsten Gedanken zu folgen, nicht sofort eine weitere Interpretation zu produzieren. Einfach stoppen.

Das klingt banal, ist aber in unserer Zeit eine der größten Herausforderungen. Wir sind daran gewöhnt, ständig beschäftigt zu sein – mental wie äußerlich. Stille wirkt fast fremd. Doch genau in diesem Innehalten öffnet sich ein Raum. Ein Raum, der nicht gemacht ist, nicht konstruiert, nicht erdacht. Stille ist nichts, was du erzeugst. Sie ist das, was bleibt, wenn du aufhörst, dich im Denken zu verlieren.

Viele Menschen fürchten diese Stille, weil sie ungewohnt ist. Doch wer beginnt, sie bewusst zuzulassen, entdeckt etwas zutiefst Wohltuendes. Die Identifikation mit den Gedanken lockert sich. Gefühle dürfen da sein, ohne sofort kommentiert zu werden. Der Körper darf empfunden werden, ohne bewertet zu werden. Und langsam zeigt sich, dass unter all dem mentalen Lärm bereits etwas Ruhiges vorhanden war.

Selbsterforschung spielt dabei eine wichtige Rolle. Wenn dich bestimmte Gedanken immer wieder gefangen nehmen, lohnt es sich, tiefer zu schauen. Welche Überzeugung liegt darunter? Welcher ungefühlte Schmerz? Welcher alte Irrtum über dich selbst? Das Erkennen eines inneren Irrtums bringt mehr Frieden als tausend neue Gedanken.

Doch auch hier gilt: Mach daraus kein neues Konzept. Spirituelle Anweisungen sind Hilfen für bestimmte Momente, nicht starre Regeln für das ganze Leben. Wenn du meditierst, dann übe das Anhalten. Wenn du aktiv bist, dann sei aktiv. Das Leben verlangt Präsenz – nicht permanente Selbstbeobachtung im Sinne einer Anstrengung. Wahre Stille ist kein künstlicher Zustand, den du aufrechterhalten musst.

Du musst das Denken nicht bekämpfen. Du musst es nur durchschauen. Sobald du bemerkst, dass du wieder in einer inneren Geschichte gefangen bist, halte kurz inne. Spüre deinen Atem. Spüre deinen Körper. Spüre den Raum um dich herum. Mehr ist nicht nötig.

Das Gedankenkarussell wird vielleicht nicht sofort verschwinden. Aber jedes bewusste Anhalten schwächt die Gewohnheit, ihm automatisch zu folgen. Und mit der Zeit wird klar: Du bist nicht die Bewegung der Gedanken. Du bist der Raum, in dem sie erscheinen.

Innere Stille ist kein fernes Ziel. Sie ist immer schon da – verborgen unter der Aktivität des Geistes. Und jedes Mal, wenn du innehältst, tritt sie ein Stück deutlicher hervor.


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