Weisheits-Blog
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Der Aufwachensschmerz

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Man kann das als eine durchaus ungewöhnliche Erfahrung bezeichnen, wenn das, was das Leben lang als Realität, als einzige Realität erfahren wurde, einem nur noch wie ein Schleier vorkommt. Ein Schatten, im besten Fall wie nichts. Wie soll das ein Mensch, dem sowas passiert, sofort für sich verstehen, eine Erklärung dafür haben und die auch noch glaubhaft nach außen vertreten. Alles was du siehst, ist in deiner Empfindung nichts, ist leer, hat keine Existenz, ist keine Realität. Es ist nur der Ausdruck von einer anderen Realität. Es ist nur eine Erscheinungsform, dessen, was ich wirklich bin. Es ist nur Maya. Maya ist in dem Moment eine Realität, an die ich glaube. Wenn durch eine Aufwachenserfahrung mir dieser Glaube aber zerstört wird, dann zerfließt diese Maya, diese Realität. Sie zerfließt. Da bleibt nichts mehr übrig. Das ist die Realität eines Kinofilms, der auf der Leinwand flimmert. Eine Zeitlang ist man gefesselt von der Spannung, die der Film auf der Leinwand erzeugt, aber was, wenn der Film ein B-Movie ist und überhaupt keine Spannung erzeugt, überhaupt keine Freude erzeugt, sondern nur eine gähnende Langeweile. Da ist überhaupt nichts. Da sind nur flimmernde Bilder, die sich in meiner Wahrnehmung abspielen, die verschwinden, sobald der wahre Wesenskern in die eigene Wahrnehmung hineintritt, weil die Wahrheit dich von innen heraus überschwemmt und überflutet. Wenn das Absolute tröpfchenweise oder auch plötzlich in den eigenen Wahrnehmungsraum einbricht, hat das Relative überhaupt keine Chance zu bestehen. Jeder, der schon eine Erwachenserfahrung gemacht hat, eine Gipfelerfahrung, weiß wie radikal diese Kollision mit der Unendlichkeit sich anfühlt. Da bleibt nichts mehr übrig. Da bleibt kein Stein mehr auf dem anderen.

Und diese Vorgänge nennen wir den Aufwachensschmerz. Dieser Transformationsprozess drückt sich individuell sehr unterschiedlich aus. Es ist eine Durchmischung von Freude und Schmerz, denn es ist natürlich große Freude, wenn man sieht, dass das, was man da scheinbar außen sieht, man selber ist. Und man sieht, dass das tatsächlich nur die eigenen Projektionen sind, die eigene Schöpfung. Dieses Erkennen, das ist alles meine Schöpfung, das ist alles meins. Das ist manchmal sehr belustigend. Es gibt gar nichts anderes als mich, das ist eine große Freude, und man beginnt dann diese Schöpfung zu lieben und ganz in Frieden damit zu kommen. Und so ist es durchaus abwechslungsreich dieser Schmerz, die Leere, aber auch die Freude und die sich langsam anbahnende Fülle.

Fülle ist ein schönes Stichwort, weil die Fülle kann, wenn sie erlebt und erfahren wird, das erste Mal, durchaus auch zu viel sein. Wer Fülle in seinem Leben nicht gewöhnt ist, kann zu diesem Punkt kommen, wo er sagt, das wird mir einfach zu viel.

Wir sind es als Menschen in unserer Kultur gewohnt, dass alles begrenzt ist, also auch die Freude und das Glück und die Liebe, alles ist in wohl proportionierten Portionen erlebt und zugeteilt. Mal gibt es mehr, mal ein bisschen weniger. Es geht so in sinusförmigen Wellen auf und ab. Fülle ist so sehr anders, dass einem auch das durchaus Schmerzen bereiten kann am Anfang. Fülle ist nicht einfach das Gefühl von genug, jetzt habe ich genug, oder mehr brauche ich nicht, oder jetzt bin ich total zufrieden. Das ist nicht Fülle. Fülle ist die Explosion in den Zustand hinein, wo so viel da ist, dass man quasi daran erstickt. Dass man ständig denkt, das reicht mir doch jetzt. Das reicht doch, das reicht doch, das reicht doch. Denn wir sind ja, wenn wir aus dem Relativen kommen, das Absolute, also die Fülle überhaupt nicht gewöhnt.

Und es ist auch nicht etwas, was man hat, was man besitzt. Sondern es ist etwas, was in jedem Moment grundlos neu entsteht. Es ist die Fülle, die du jeden Moment neu erschaffst. Das ist nichts, was man greifen kann, was man festhalten könnte. Deshalb kann man auch nicht wirklich sagen, ja, ich habe genug. Es findet kein Denken darüber statt, sondern es ist ein momentanes, in jedem Moment neu erschaffenes Erleben von Fülle. Nicht greifbare Fülle. Sondern Glückseligkeit von tief innen heraus.

Diese Fülle, und das ist der Prozess, in den man da hineingerät, bringt quasi jede Begrenzung, die man erlebt, zu Fall, egal ob es eine verstandesmäßige, eine gefühlsmäßige oder die körperlich empfundene Grenze ist. Wir sind es gewohnt in unserer westlichen Kultur in Begrenzungen zu denken, in Schubladen. Und der Kontakt mit dem Absoluten, wenn diese Aufwachenserfahrungen geschehen, und diese Fülle explodiert, ist so dramatisch, dass diese ganzen Grenzen natürlich weggesprengt werden. Auch das ist Aufwachensschmerz. Wenn wir es bisher gewohnt waren, dass Liebe von einem anderen Menschen kommt, dem Partner, den Kindern oder den Eltern, den Freunden, also immer von einem Menschen, der mir gegenübersteht, aber nach dem Erwachen alles als Liebe erfahren wird, was existiert, dann muss man sich erstmal daran gewöhnen. Jeder Mensch, der dir begegnet, spiegelt dir die vollkommene Liebe wieder, und auch alle Gegenstände, die du anfasst, spiegeln dir die Liebe wieder. Selbst beim Zahnarzt. Der Schmerz, den du erlebst, wenn er dir im Zahn bohrt, strahlt Liebe aus. Das ist so verrückt, da muss man sich erstmal dran gewöhnen. Und auch das ist Aufwachensschmerz.


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